Make vs n8n: Welches Automatisierungs-Tool passt zu Ihnen? [2026 Vergleich]

Zwei Laptops nebeneinander auf einem Schreibtisch mit verschiedenen Automatisierungs-Software-Oberflächen

Wenn es um No-Code-Automatisierung geht, führen kaum zwei Namen an der Debatte vorbei: Make (früher Integromat) und n8n. Beide Plattformen verbinden Apps, automatisieren Workflows und ersparen Unternehmen tausende Stunden manueller Arbeit. Doch welches Tool ist das richtige für Ihren Anwendungsfall? Die Entscheidung fällt längst nicht nur nach dem Preis — es geht um Flexibilität, Datenschutz, Skalierbarkeit und nicht zuletzt um die Frage: Cloud oder Self-Hosting?

In diesem ausführlichen Vergleich nehmen wir beide Tools ins Visier: Funktionsumfang, Preismodelle, Benutzerfreundlichkeit, Integrationen und Datenschutz. Am Ende wissen Sie, ob Make oder n8n besser zu Ihrem Unternehmen passt.

Was sind Make und n8n?

Beide Tools gehören zur Kategorie der Workflow-Automatisierungs-Plattformen (auch iPaaS genannt — Integration Platform as a Service). Sie ermöglichen es, verschiedene Anwendungen über visuelle Oberflächen miteinander zu verbinden und automatisierte Workflows zu erstellen, ohne programmieren zu müssen. Ein typischer Workflow sieht so aus: Ein Trigger (z.B. neue E-Mail empfangen) startet eine Reihe von Aktionen (Daten extrahieren, ins CRM eintragen, Benachrichtigung senden).

Make wurde 2016 unter dem Namen Integromat gegründet und 2022 umbenannt. Das Unternehmen mit Sitz in Prag gehört mittlerweile zur Cisco-Familie. Make positioniert sich als Cloud-first-Plattform mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und visuelle Workflow-Erstellung. Über 1.800 vorgefertigte Integrationen stehen zur Verfügung, und die Drag-and-Drop-Oberfläche ermöglicht komplexe Multi-Step-Automatisierungen.

n8n entstand 2019 in Berlin und hat sich einen Namen als Open-Source-Alternative gemacht. Der größte Unterschied: n8n kann selbst gehostet werden — ein entscheidender Faktor für Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen. Die Plattform bietet über 400 Integrationen und verfolgt einen Code-freundlichen Ansatz: Wer kann, kann eigene Nodes in JavaScript schreiben und so nahezu jede API anbinden.

Make im Detail: Funktionen, Stärken und Schwächen

Stärken von Make

Make glänzt durch seine visuelle Oberfläche. Workflows werden als Flussdiagramm dargestellt — jeder Schritt ist ein Modul, Verbindungen zeigen den Datenfluss. Das macht es besonders einfach, komplexe Automatisierungen zu verstehen und zu debuggen. Die Lernkurve ist flach: Auch ohne technische Vorkenntnisse lassen sich erste Workflows in Minuten erstellen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Modul-Vielfalt. Mit über 1.800 Integrationen deckt Make die meisten gängigen Business-Apps ab: Google Workspace, Microsoft 365, Salesforce, HubSpot, Slack, Notion, Airtable und hunderte mehr. Jedes Modul bietet konfigurierbare Parameter, so dass Sie genau steuern können, welche Daten gesendet oder abgerufen werden.

Make unterstützt außerdem erweiterte Logik: Router (Bedingungen), Iteratoren (Schleifen), Variablen, Fehler-Handler und Filter. Damit lassen sich auch komplexe Entscheidungsbäume abbilden — etwa: Wenn der Kunde Premium-Status hat, dann Workflow A, sonst Workflow B.

Schwächen von Make

Der größte Nachteil von Make ist die Cloud-Abhängigkeit. Es gibt keine offizielle Self-Hosting-Option. Alle Daten fließen über die Server von Make — für Unternehmen mit sensiblen Daten oder strengen DSGVO-Vorgaben ein Ausschlusskriterium. Zwar sind die Server EU-basiert und DSGVO-konform, aber die Datenhaltung findet dennoch bei einem Drittanbieter statt.

Auch der Preis kann bei hohem Volumen zum Problem werden. Make rechnet in sogenannten Operationen — jeder Schritt in einem Workflow verbraucht eine Operation. Bei komplexen Workflows mit vielen Schritten oder hohem Durchsatz können die Kosten schnell in die Höhe schießen. Ein Workflow mit 10 Schritten, der 1000-mal pro Tag läuft, verbraucht bereits 10.000 Operationen pro Tag — das entspricht dem teuersten Tarif.

n8n im Detail: Funktionen, Stärken und Schwächen

Stärken von n8n

Der größte Vorteil von n8n ist zweifellos die Self-Hosting-Option. Sie installieren n8n auf Ihrem eigenen Server — sei es ein lokaler Raspberry Pi, ein Unternehmensserver oder eine Cloud-VM. Alle Daten bleiben in Ihrer Infrastruktur, kein Drittanbieter hat Zugriff. Für Behörden, Banken, Kliniken und alle Unternehmen mit sensiblen Daten ist das ein entscheidender Pluspunkt.

Zudem ist n8n Open Source (Fair-code-Lizenz). Der Quellcode ist einsehbar, die Community aktiv und es gibt eine wachsende Zahl an eigenen Nodes und Templates. Wer Entwickler im Team hat, kann eigene Integrationen in JavaScript schreiben — ein Hebel, den Make so nicht bietet. Die Flexibilität ist deutlich höher: Wenn eine bestimmte API nicht unterstützt wird, können Sie sie selbst anbinden.

Der Code-Node ist eine Besonderheit: Er erlaubt das Ausführen von JavaScript direkt im Workflow. Das bedeutet, Sie können Daten transformieren, API-Aufrufe manuell durchführen oder komplexe Logik abbilden, die über Standard-Module hinausgeht. Für technisch affine Teams ein mächtiges Werkzeug.

Schwächen von n8n

n8n hat eine steilere Lernkurve. Die Oberfläche ist weniger intuitiv als die von Make, und ohne technisches Grundverständnis fällt der Einstieg schwerer. Die Dokumentation ist gut, aber bei komplexen Problemen ist Entwickler-Know-how oft unerlässlich.

Auch die Anzahl der Integrationen ist mit über 400 deutlich geringer als bei Make (1.800+). Viele gängige Apps sind zwar abgedeckt, aber bei Nischen-Tools kann es sein, dass Sie eigene Nodes entwickeln müssen. Das ist flexibler, kostet aber Zeit.

Die Cloud-Version von n8n ist preislich konkurrenzfähig, aber Self-Hosting bedeutet zusätzlichen Aufwand: Server einrichten, Updates einspielen, Backups machen, Sicherheit gewährleisten. Wer keine eigene IT-Infrastruktur hat, für den ist die Cloud-Version die bessere Wahl — dann geht aber der Self-Hosting-Vorteil teilweise verloren.

Direkter Vergleich: Funktionsumfang und Workflow-Logik

Beide Tools bieten die Kernfunktionen, die man von einer Automatisierungs-Plattform erwartet: Trigger, Aktionen, Filter, Schleifen, Variablen und Fehler-Handling. In der Praxis gibt es aber feine Unterschiede.

Make hat mit dem Router ein ausgeklügeltes System für bedingte Verzweigungen. Sie können einen Workflow in beliebig viele Pfade aufteilen, jeder mit eigenen Filtern und Bedingungen. Die visuelle Darstellung macht es einfach, den Überblick zu behalten — selbst bei verschachtelten Logiken.

n8n setzt beim Fehler-Handling stärker auf Eigenverantwortung. Es gibt Error-Trigger, die bei Fehlern automatisch einen separaten Workflow starten können — etwa eine Slack-Benachrichtigung an das Team. Das ist flexibler als Makes Ansatz, erfordert aber mehr Konfigurationsaufwand.

In puncto Daten-Transformation hat n8n die Nase vorn: Der Code-Node erlaubt beliebige JavaScript-Transformationen, während Make auf eingebaute Funktionen angewiesen ist. Für einfache Operationen reicht Make völlig aus, aber bei komplexen Datenmanipulationen ist n8n überlegener.

Direkter Vergleich: Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Preismodelle unterscheiden sich grundlegend:

Make Preisstruktur

Make bietet fünf Tarife: Free (1.000 Operationen/Monat), Core (9 €/Monat, 10.000 Ops), Pro (16 €/Monat, 10.000 Ops), Teams (29 €/Monat, 10.000 Ops) und Enterprise (Individuell). Wichtig: Der Operations-Verbrauch wächst linear mit der Workflow-Komplexität. Ein 10-Schritt-Workflow, der 100-mal täglich läuft, verbraucht 30.000 Operationen im Monat — das liegt bereits im Pro-Tarif.

n8n Preisstruktur

Bei Self-Hosting ist n8n kostenlos — Sie zahlen nur für die Server-Infrastruktur (ab ca. 5-10 €/Monat für eine kleine VPS). Die Cloud-Version startet bei 20 €/Monat für 2.500 Workflow-Executions. Im Gegensatz zu Make zählt n8n Workflow-Ausführungen, nicht einzelne Operationen — ein Workflow mit 10 Schritten verbraucht also nur eine Execution, egal wie viele Schritte er enthält. Das macht n8n bei komplexen Workflows oft günstiger.

Preis-Fazit

Für kleine bis mittlere Automatisierungen sind beide Tools bezahlbar. Bei wachsendem Volumen und komplexen Workflows wird n8n (insbesondere Self-Hosted) deutlich günstiger. Ein Unternehmen mit 50 aktiven Workflows und hohem Durchsatz zahlt bei Make schnell mehrere hundert Euro pro Monat, während ein selbst gehosteter n8n-Server 10-20 Euro kostet.

Direkter Vergleich: Integrationen und App-Ökosystem

Make führt mit über 1.800 Integrationen deutlich. Nahezu jede gängige Business-App ist verfügbar, und neue Integrationen werden regelmäßig hinzugefügt. Besonders im Bereich Marketing-Tools (Mailchimp, ActiveCampaign, HubSpot) und Productivity-Apps (Notion, Airtable, Asana) ist die Auswahl beeindruckend.

n8n bietet über 400 offizielle Integrationen. Die Auswahl ist kleiner, deckt aber die wichtigsten Apps ab: Google Workspace, Microsoft 365, Slack, Salesforce, PostgreSQL, MongoDB, HTTP-Requests und viele mehr. Der Clou: Mit dem HTTP-Request-Node und dem Code-Node können Sie jede API anbinden, die es gibt — auch ohne offizielle Integration. Das erfordert zwar mehr Aufwand, bietet aber maximale Flexibilität.

Ein weiterer Vorteil von n8n: Die Community-Nodes. Entwickler aus der Community erstellen eigene Integrationen und teilen sie über npm. So wächst das Ökosystem kontinuierlich, oft schneller als die offiziellen Integrationen.

Direkter Vergleich: Datenschutz und Self-Hosting

Dieser Aspekt ist für viele deutsche Unternehmen entscheidend.

Make betreibt seine Server in der EU (Irland) und ist DSGVO-konform. Es gibt Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) und die Daten werden nicht für Trainingszwecke verwendet. Dennoch: Ihre Daten flussen über Drittserver. Für viele Unternehmen akzeptabel, für einige (Behörden, Banken, Gesundheitswesen) ein No-Go.

n8n in der Self-Hosting-Variante bietet die maximale Datenhoheit. Alle Daten bleiben auf Ihrem Server, kein Drittanbieter hat Zugriff. Sie sind vollumfänglich Herr über Sicherheit, Backups und Compliance. Bei der Cloud-Version gelten ähnliche Bedingungen wie bei Make, aber die Option zur Selbst-Hosting macht n8n hier überlegen.

Ein praktisches Beispiel: Ein Krankenhaus möchte Patienten-Daten zwischen Systemen übertragen. Mit Make verlassen diese Daten die Klinik-Infrastruktur. Mit selbst gehostetem n8n bleiben sie intern. Die Entscheidung ist in diesem Fall eindeutig.

Für wen eignet sich welches Tool?

Make ist die beste Wahl für:

  • Teams ohne Entwickler-Kenntnisse, die schnell starten wollen
  • Unternehmen, die viele verschiedene Apps integrieren müssen (1.800+ Integrationen)
  • Marketing- und Sales-Teams, die visuelle Workflows bevorzugen
  • Projekte mit mittlerem Automatisierungsvolumen (unter 10.000 Operationen/Monat)
  • Startups und KMUs, die ohne IT-Infrastruktur auskommen wollen

n8n ist die beste Wahl für:

  • Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen (Self-Hosting)
  • Technische Teams mit JavaScript-Kenntnissen
  • Projekte mit hohem Automatisierungsvolumen (Kostenvorteil bei Self-Hosting)
  • Entwickler, die eigene Integrationen und Nodes bauen wollen
  • Teams, die maximale Kontrolle über Daten und Infrastruktur brauchen

FAQ: Häufige Fragen zu Make vs n8n

Kann ich von Make zu n8n wechseln?

Ja, aber es gibt keinen automatisierten Migrations-Path. Sie müssen Ihre Workflows manuell in n8n nachbauen. Bei einfachen Workflows ist das in Minuten erledigt, bei komplexen Automatisierungen kann es Stunden dauern. Es lohnt sich, parallel zu starten und Workflows schrittweise zu migrieren.

Welches Tool ist besser für Anfänger?

Make. Die visuelle Oberfläche ist intuitiver, die Lernkurve flacher und die Dokumentation einsteigerfreundlicher. Ohne technische Vorkenntnisse kommen Sie mit Make schneller zum ersten funktionierenden Workflow.

Ist n8n wirklich kostenlos?

Die Self-Hosting-Variante von n8n ist kostenlos (Fair-code-Lizenz). Sie zahlen nur für die Server-Infrastruktur. Die Cloud-Version kostet ab 20 €/Monat. Für den Produktivgebrauch empfiehlt sich allerdings eine zuverlässige Server-Infrastruktur, was Kosten von 10-50 €/Monat verursacht.

Welches Tool ist besser für DSGVO-konforme Automatisierung?

n8n in der Self-Hosting-Variante. Alle Daten bleiben auf Ihrem Server, Sie haben volle Kontrolle. Make ist zwar DSGVO-konform mit EU-Servern, aber die Daten verlassen Ihre Infrastruktur. Für sensible Daten (Gesundheit, Finanzwesen, Behörden) ist Self-Hosting die sicherere Wahl.

Kann ich beide Tools parallel nutzen?

Ja, das ist sogar ein beliebtes Setup. Viele Unternehmen nutzen Make für Marketing-Workflows (wo viele Integrationen wichtig sind) und n8n für interne Prozesse (wo Datenschutz zählt). Die Tools lassen sich über Webhooks miteinander verbinden.

Fazit: Make oder n8n — die Entscheidung fällt je nach Anforderung

Es gibt keinen pauschalen Gewinner — die Wahl zwischen Make und n8n hängt von Ihren Anforderungen ab. Brauchen Sie maximale Integration-Vielfalt, eine intuitive Oberfläche und schnellen Start? Make ist Ihre Wahl. Geht es um Datenschutz, Self-Hosting, Kosteneffizienz bei hohem Volumen und Entwickler-Flexibilität? n8n gewinnt.

In der Praxis setzen viele Unternehmen auf beide Tools: Make für externe Workflows mit vielen App-Verbindungen, n8n für interne Prozesse mit sensiblen Daten. Beide Tools sind ausgereift, aktiv in Entwicklung und haben sich im Enterprise-Umfeld bewährt.

Unser Tipp: Starten Sie mit dem Tool, das besser zu Ihrem Team passt. Beide bieten kostenlose Tarife oder Testversionen. Bauen Sie Ihre ersten Workflows, evaluieren Sie Benutzerfreundlichkeit und Kosten. Die Entscheidung wird dann oft von selbst klar.

Sie brauchen Hilfe bei der Auswahl oder Implementierung? Kontaktieren Sie uns — wir beraten Sie unverbindlich, welches Tool am besten zu Ihren Automatisierungs-Anforderungen passt.

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